EURO-KRISE: Italien zurück in der Rezession

 

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Hiobsbotschaft für die neue italienische Regierung von Premier Matteo Renzi: Die drittgrößte Volkswirtschaft des Euroraums ist im Frühjahr zurück in die Rezession gefallen. Staatsanleihen von Italien, Spanien und Portugal geraten unter Druck.

Rom – Die Wirtschaftsleistung lag im zweiten Quartal 0,2 Prozent tiefer als im ersten Vierteljahr, wie das Statistikbüro Istat am Mittwoch mitteilte. Der Rückgang folgt auf ein Minus von 0,1 Prozent im ersten Quartal. Bei zwei aufeinanderfolgenden Abschnitten mit negativen Wachstumsraten gehen Ökonomen von einer Rezession aus. Erst Ende 2013 war das Land nach einer langen Durststrecke wieder leicht gewachsen.
An den Finanzmärkten kamen die Zahlen nicht gut an. Der Euro geriet weiter unter Druck und fiel auf einen neuen neunmonatigen Tiefstand. Italienische Staatsanleihen, aber auch Schuldtitel Spaniens und Portugals mussten Verluste hinnehmen. Im Gegenzug stieg die Rendite, die Investoren von den Ländern für frisches Kapital verlangen.
Spannungen mit Russland belasten zusätzlich
Detaildaten veröffentlichte Istat nicht, so dass die konkreten Gründe für den erneuten Wachstumseinbruch nicht klar sind. Allerdings dürfte vor allem die Industrieproduktion belastet haben. Nach neuen Zahlen vom Mittwoch stieg sie im Juni zwar moderat an. Von April bis Juni dürfte sie aber um insgesamt 0,4 Prozent zum Vorquartal geschrumpft sein, schreibt Ökonom Christian Schulz von der Berenberg Bank in einem Kommentar. Hinzu komme die ebenfalls schwache Entwicklung des Einzelhandels. Diese "harten" Zahlen wollen nicht so recht zu Stimmungsindikatoren passen, die in den letzten Monaten auf Wachstum schließen ließen.
Einen Grund für die abermalige Schwäche sieht Schulz in den Spannungen mit Russland. "Italiens Wirtschaft ist mit Russland über Energie und Handel verbunden, was einen Teil der schwachen Produktion erklären könnte." Allerdings seien die Schwierigkeiten überwiegend hausgemacht: In der Reformgeschwindigkeit hinke das Land anderen angeschlagenen Euroländern klar hinterher, so Schulz. Auch der als reformfreudig geltende Ministerpräsident Renzi kämpfe damit, nennenswerte Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt durchzusetzen. "Das ist der Hauptunterschied zu Ländern wie Spanien und Portugal.

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